Mittwoch, 6. November 2019

Was mich glücklich macht - MMM #27


Wenn das analoge Leben voller Stress und Katastrophen ist, ist das immer auch eine Chance, Dinge über sich selbst zu lernen.


Was tut mir wirklich gut? Welche Dinge helfen mir, diese Zeit gut zu überstehen? Ich habe festgestellt: Tun ist für mich besser als nichts tun. Dinge, die ich gerne tue. Nähen, zum Beispiel.

Und so hat mich diese Kombination heute durch den Tag getragen.


Rock und T-Shirt sind beide genäht aus Stoffen vom Tauschtisch. Schon darin steckt so viel: die gemeinsame Freude am Hobby und der Gedanke, anderen mit übriggebliebenem Stoff eine Freude zu machen.


Die Stoffdiät hat mich ja gelehrt, nur dann Stoffe mitzunehmen, wenn Sie einem Projekt zugeordnet sind. Bei geschenkten Stoffen kann ich noch schwerer widerstehen, und so habe ich für beide einen bewährten Schnitt verwendet.


Ein T-Shirt nach meinem Standardschnitt, mit etwas kürzeren Ärmeln und weiterem Halsausschnitt. Eher für den Sommer geeignet, aber zum drunterziehen funktioniert es das ganze Jahr.

https://3.bp.blogspot.com/-Udvh5QAx6d8/W7TMcWDmi2I/AAAAAAAAAwQ/9YD5gkp8RBAxXdpT632AazXkdfvJjJOCQCLcBGAs/s1600/Ottobre.jpg
Quelle: Ottobre 02/2018

Der Rock ist der dritte seiner Art nach diesem Schnitt aus der Ottobre 2/2018. Der Stoff ist recht schwer und elastisch. Darum habe ich elastisches Futter in schwarz dazu gekauft. Da alles andere Zubehör noch im Bestand war, haben Rock und T-Shirt zusammen 9,45 Euro "gekostet". Ein schönes Gefühl :-)


Ein schmaler Rock, der zu fast allem passt was mein Kleiderschrank hergibt, und durch den eingesetzten Godet trotzdem viel Bewegungsfreiheit bietet.

 
Für den Bund habe ich den Stoff "auf links" genommen und mit Futter verstürzt.


Gesäumt mit silbergrauer Paspel macht auch das Innenleben Freude.


Und so werde ich heute abend, freudig gestimmt und gut gekleidet, nicht erschöpft und frustriert auf dem Sofa sitzen, sondern mir einen Bummel über den MMM-Laufsteg gönnen und die nächsten Nähprojekte planen.


Habt es gut!


Mittwoch, 7. August 2019

Das Sommer-Weihnachtskleid - MMM #26


Schon lange hatte ich den Wunsch, mein heißgeliebtes Weihnachtskleid aus dem letzten Jahr nochmal in einer Sommerversion zu nähen.

Als mir dann vor einigen Wochen im örtlichen Sozialkaufhaus in der Kiste mit Stoffresten (50 cent pro Stück...) 3 m Baumwolle in die Hände fielen, mussten die natürlich mit. Stoffdiät hin oder her.
Blau ist als Farbe nicht unbedingt erste Wahl, aber hier: rote Kreise (Knöpfe? Smileys?)


Beim Zuschnitt habe ich nichts verändert, lediglich die Paspel am Ausschnitt habe ich weggelassen, die war doch seeeehr fummelig einzusetzen.


Großes Kopfzerbrechen hat mir wieder die Berechnung des Tellerrocks bereitet. Trotz vieler Rechnereien war der Rock enger als das Oberteil... Warum auch immer. Geometrie ist einfach nicht so meins. Außerdem weiß ich jetzt, dass ich auf Stoffen, die 1,40 m breit liegen, keinen Tellerrock im Stoffbruch zuschneiden kann. Das wird zu kurz. Hmpf.


Also habe ich rote Paspel gekauft und einen doppelten Streifen an Rock und Ärmeln angesetzt. Dadurch habe ich gleich einen schönen Saum erhalten. Das sollte natürlich so...


Ansonsten ließ sich alles hervorragend nähen. Warum dem vorderen Oberteil jetzt 1-2cm Länge fehlen, ist mir ein Rätsel. Stört aber auch nicht wirklich.
Passende Knöpfe und sogar noch einen passenden Reissverschluss habe ich im Fundus entdeckt.


Ein gelungenes Remake also, dass ich sehr gerne trage.

Die Umsetzung von neuen und alten Schnitten in allen Variationen gibt es wieder beim MeMadeMittwoch zu sehen, viel Spaß beim Stöbern!

Mittwoch, 3. Juli 2019

Sommer - MMM #25

Zwischendurch war auch hier im Norden ein paar Tage richtiges Sommerwetter.


Grund genug, ein Kleid fertig zu nähen was ich im letzten Jahr genervt in die Ecke verbannt hatte.



Das Modell Nr. 21 aus der Fashion Style 03/2016 aus einem Jersey, den ich beim ersten Sewing by the Sea (vor 3 Jahren...) vom Tauschtisch mitgenommen habe.


Die Anleitung für den Beleg am Schalkragen und Ausschnitt war mehr als dürftig - Fashion Style Anleitungen sind anders blöd als Burda, aber selten besser verständlich.
Ich habe also den Ausschnitt irgendwie fertig gewurschtelt und die Belege dann von Hand angenäht. Umklappen tut er jetzt unplanmäßig aber damit kann ich leben.




Zum Glück, denn so habe ich ein wunderbar luftiges Sommerkleid, dass sich äußerst bequem trägt. Taschen in den Seitennähten und ein Gummi im Taillenband, das dem weichen Jersey etwas Halt gibt, tragen zum Wohlgefühl bei.


Und so konnte ich beim gemeinsamen Fotoshooting mit Frau Küstensocke und Frau Heibchenweise allen Anweisungen problemlos Folge leisten: "Kletter doch mal auf die Bank!"

Dreh Dich mal!


Ein paar schöne Fotos sind nebenbei auch noch entstanden, Hamburg macht einfach immer Spaß!




Damit gebe ich ab zum MeMadeMittwoch, wo heute sicher ganz viel Sommer- und Urlaubsgarderobe zu bestaunen ist!

Mittwoch, 19. Juni 2019

Der Girlfriends-Cardigan


Etwas unentschlossen habe ich den SJKA im März begonnen.

Zu keinem der vorgesehenen Garne hatte ich eine zündende Idee, Wolle kaufen wollte ich auch nicht von wegen Wolldiät und so.

Beim Sewing-by-the-Sea Wochenende in Scharbeutz durfte ich dann die vielen schönen Strickjacken von Birgit bewundern. Ihr Girlfriends Cardigan hat es mir ganz besonders angetan.


Zurück zu Hause habe ich sofort die Anleitung gekauft und aus meinen Vorräten eine pinke Wolle gefischt, die ich vor Jahren von einer Freundin meiner Mutter geerbt habe.

 

Sehr motiviert habe ich angefangen und bin natürlich schnell in die "Anleitungen brauche ich nur als grobe Richtung"-Falle getappt. Mir schien die Gestaltung der Randmaschen unlogisch und so habe ich gemacht wie ich dachte. Und dadurch versäumt, den I-Cord aus dem die Ärmel aufgenommen werden anzustricken...

Unter den Armen habe ich die Abnahmen verdoppelt, da ich keine oversized Jacke wollte.

Die fehlenden I-Cords habe ich dann angestrickt und danach nach Anleitung weitergestrickt. Jedenfalls fast, die Abnahmen für die Ärmel habe ich entgegen der Anleitung auf die gesamte Länge verteilt.


Die Saumabschlüse und Taschenkanten habe ich ebenfalls mit einem I-Cord gesrickt. Passt viel besser zur Jacke, finde ich. Den Taschenbeutel habe ich einfach gestrickt und an das Vorderteil genäht, das trägt deutlich weniger auf.

Die Jacke gefällt mir hervorragend, trägt sich angenehm - allerdings nicht mehr bei den aktuellen Temperaturen - und sitzt genauso wie ich es mir vorgestellt hatte.

Ich würde gern eine zweite Version stricken, aber da mich die kraus-rechts-Strickerei ab der Hälfte des 1. Ärmels doch seeeeehr genervt hat, überlege ich ob sich auch ein spannenderes Muster eignet. Wir werden sehen...

Vielen Dank an die Gastgeberinnen des SJKA, der finale Finaltermin hat mich bei den Ärmeln sehr bei der Stange gehalten!


Mittwoch, 12. Juni 2019

Dry Oilskin Parka - MMM 24#

Schon Anfang April beim wunderbaren Sewing-by-the-Sea in Scharbeutz habe ich diesen Parka begonnen.


In einer Gemeinschaftsaktion mit Frau Sonnenburg und der lieben Sabine haben wir meterweise Dry Oilskin direkt bei Merchant & Mills in England bestellt. Das kann ich übrigens sehr empfehlen, der Preis ist deutlich günstiger, der Kontakt sehr nett und die Lieferung nach 3 Tagen da.


Nachdem ich mit meiner Winterjacke aus dem etwas festeren Dry Oilskin sehr zufrieden bin, wollte ich mir gern einen Parka für die regnerischen Tage im Sommer aus dem leichteren Trench Dry Oilskin nähen.

Schnittmuster Parka 01/2016 #124 - Techn. Zeichnung
Quelle
Die Wahl fiel auf das Modell 124 aus der Burda 01/2016. Der Parka ist mit einknöpfbarer Weste geplant, so dass ich zuversichtlich war, dass Größe 44 passen würde.

Es ist ein Stoffverbrauch von 3,70 m angegeben, um auf Nummer Sicher zu gehen, habe ich 4 m bestellt. Von denen jetzt noch genau 2 (!!!)m übrig sind. Beim nächsten Projekt mit teurem Stoff werde ich also vor dem Stoffkauf den Schnitt kopieren und auslegen und mich nie wieder auf die Angaben der Burda verlassen.

Der feine Baumwollstoff für das Futter fand sich noch im Bestand. Ich habe dann erst die Futterjacke genäht und anprobiert. Die Schultern musste ich 2 cm schmaler machen, dabei habe ich durchaus breite Schultern. Was jetzt an Weite noch zuviel ist, macht die Jacke zum Fahrradfahren sehr bequem.


Leider habe ich den Sitz der Taschen nicht überprüft, die hätten gern ein Stück höher sein können.

Die Ärmel habe ich nach unten auch deutlich schmaler gemacht, sonst musste ich nichts ändern. Ich habe allerdings die obere Blende nicht als Extra-Teil zugeschnitten sondern direkt am Vorderteil dazugegeben.

Beim Absteppen mehrerer Lagen Dry Oilskin ist meine kleine Reisemaschine deutlich an ihre Grenzen gekommen...


Auf die wunderbare Idee, die Absteppfäden einfach auf die linke Seite zu ziehen, bin ich leider erst später gekommen, so dass die Reissverschlusstasche trotz farblich perfekt passendem RVs nur so mittel schön geworden ist.


Die weiteren Absteppungen habe ich dann zuhause mit der uralt-Bernina gemacht - das klappte hervorragend.


Einige Stunden habe ich mit dem Vernähen der restliche Abstepp-fäden zugebracht...


Viel Kopfzerbrechen hat mir das Verheiraten von Futter und Aussenjacke bereitet - das war auch der Grund warum ich den Parka jetzt erst fertig gemacht habe.


Letztlich habe ich erst die Kapuze verstürzt, dann die Ansatznaht der Kapuzen durchgesteppt (und sogar an den Aufhänger gedacht). Dann die Ärmel verstürzt und danach die Säume mit viel Stecken, Grübeln und Ausprobieren in 3 Etappen mit der Maschine verstürzt. Zum Schluss habe ich den Tunnel in der Taille einfach von aussen durch beide Lagen genäht.


Zum aktuellen Wundertüten-Wetter passt der Parka ganz hervorragend und ich kann jetzt schon sagen, dass das Tragegefühl sehr angenehm ist.

Da der MeMadeMittwoch eine Neuauflage und Verlängerung der Linkliste spendiert, kann ich mich sogar noch bei den vielen gut gekleideten Mitnäherinnen einreihen. Einmal mehr allen Organisatorinnen für diese wunderbare Plattform!


Werbung ?! - Alle Nennungen von Marken und Verlinkungen dienen nur der Information, ich wurde in keiner Weise beauftragt oder bezahlt.

Donnerstag, 16. Mai 2019

Stoffdiät

Trotz Umzugs- und Renovierungsstress hat Frau Küstensocke Zeit gefunden, uns einen Stoffdiät-Update-Post zu schreiben. Das zeigt einmal mehr: Zeit hat man nicht, die muss man sich nehmen. Auch fürs Bloggen....

Also an dieser Stelle schon einmal ein großes Dankeschön an Antje und eine Notiz an mich: mehr bloggen!

Zum eigentlichen Thema:

Gefühlt geht nähtechnisch nicht viel voran, wenn ich aber in meine Tabelle gucke, kann ich doch sagen: es läuft :-)

Die Stoffzugänge halten sich sehr in Grenzen: 0,70 cm Jersey vom Tauschtisch bei SewingbytheSea habe ich mitgenommen. Der wird zeitnah zu einem T-Shirt vernäht.

Gekauft habe ich 3 m antrazit-farbenen Romanit, daraus soll eine Sport-/Schnuddel-/Bequemhose und eine Jacke werden, sowie TrenchDry Oilskin für den geplanten Parka: 4,50 m.

Mehr nicht! Die Erkenntnis hat sich also tatsächlich durchgesetzt: ich habe viel zu viel schönen Stoff.



Genäht habe ich seit März den geplanten Parka. Schönen Gruß an die Macher der B*rda: Großzügige Stoffangaben schön und gut, aber wenn ich 2 m (!!!!) übrig behalte stimmt da was nicht. Für das Futter habe ich einen wunderschönen Baumwollstoff im Keller gefunden, der es noch nicht in die Bestandstabelle geschafft hatte. Davon waren 4 m da, verbraucht habe ich 2 m. Fazit: Ein toller Parka mehr im Schrank (fast.... ein bisschen ist noch zu tun) und einen Zugang von 4 m Stoff durch dieses Projekt...

Macht also für die letzten zwei Monate + 12,2 m


Frau Küstensocke fragt nach Nähen für Andere als Strategie für ungeliebte Stoffe. Wie es der Zufall so will, habe ich gerade vorgestern beim Hamburger Nähkränzchen einen Hoodie für den kleinen, großen Sohn und einen für die Tochter genäht. Diese Projekte finde ich zwischendurch sehr motivierend, keine Passformprobleme, einfach zuschneiden, zusammennähen und fertig.



Für den Sohn war das jetzt der dritte Hoodie aus Bestandstoffen und damit sind die für ihn geeigneten Stoffmengen aufgebraucht. Die Stoffe für den Tochter-Hoodie waren genau dafür gekauft (vor zwei Jahren....) und tauchen deshalb nicht in meiner Stoffstatistik auf.


Den Schwung habe ich genutzt und für mich ein einfaches Projekt nachgeschoben: einen Blouson aus gut abgelagertem Alpenfleece.


Außerdem habe ich seit März noch einen Jeanslatzrock und einen Faltenrock für mich genäht. Auch hier sind noch Restarbeiten zu erledigen...

Macht einen Verbrauch von - 12,20 m. Also plus minus 0. Aber ja nur, weil B*rda schuld ist und ich meinen Kellerbestand mit erfasst habe :-)

Ich bin positiv gestimmt und der Plan bleibt der gleiche: weiter nähen!

Hier könnt Ihr die anderen Mitstreiterinnen finden und schauen, wie es ihnen ergangen ist.

Dienstag, 26. März 2019

Wir stricken wieder gemeinsam! - SJKA 2019

Juchhu, es wird wieder gemeinsam gestrickt!! Vielen Dank an die Organisatorinnen, die beim MeMadeMittwoch zum SJKA 2019 aufrufen.

Bevor ich Neues plane, erstmal ein Blick auf die vorhandenen UFOS. Für den Sommer sind es nur zwei:


Diese orange Jacke, wo ich nicht genug Wolle hatte. Inzwischen ist Wolle besorgt (seit 2 Jahren oder so...) und ich finde den Einstieg trotzdem nicht.


Und dieses Teil habe ich im Herbst beiseite gelegt. Wenn es kalt wird, stricke ich einfach lieber kuschelig. 


An diesem Pulli stricke ich gerade. Ihm fehlt nur noch die Passe, das sollte bis zum nächsten Treffen zu schaffen sein. Das Modell ist selbst entworfen, gestrickt aus Geilsk Tweed. Die Wolle gefällt mir bisher sehr gut, obwohl es reine Wolle ist, fühlt es sich sehr ganzjahrestauglich an.

Auf die anderen Teile habe ich momentan überhaupt keine Lust, also fange ich doch lieber etwas Neues an ;-) Immerhin mit Bestandswolle.

Zur Wahl stehen diese Garne:


Ein sehr schönes Baumwolle / Seide Gemisch in Zartbitter-braun. Ist mit Stärke 5 zu stricken, wäre also schnell fertig. Ein Blick in meinen Kleiderschrank zeigt allerdings: Braun brauche ich für die warme Jahreszeit nicht. Grau wäre schön, aber dafür ist keine Wolle da.


Ein seeeeehr gut abgelagertes "Erbstück": Baumwolle / Viskose Gemisch in Orange.


















Diese Jacke (aus The Knitter 17/2014) war beim FJKA 2017 schon im Rennen. Sie gefällt mir noch immer,(auch wenn der Text mich spontan würgen lässt) vielleicht sollte ich sie jetzt einfach mal stricken?


Und (last but not least, aller guten Dinge sind drei, und so) dieses Schätzchen, das ich vorletztes Jahr in Amsterdam gekauft habe. Handgefärbte Merino in einem traumhaften Rot. Hachz. Hatte ich beim HJKA 2017 auch schon mal in der Hand...

Quelle

Davon habe ich nur 300 gr., das müsste also ein Jäckchen mit 3/4 Arm und nicht-so-viel-Wolle-verschlingdem-Muster werden. Sowas in dieser Art könnte ich mir vorstellen, wobei ich dabei (genau wie Frau Kraut und Kleid) das Perlmuster durch glatt rechts ersetzten würde.

Tja. Das erste Garn ist raus, aber dann?

Ich stricke erstmal den Pullover weiter und hoffe auf Eingebungen und gute Ratschläge von Euch.

Hier gibt es alle weiteren Pläne zum stöbern und schmachten.

Weiter gehts am 14. April mit dem 1. Zwischenstand:

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